Cloud-Speicher für Anfänger: Einfach erklärt und sicher nutzen

29. Mai 20266 Min. Lesezeit
Cloud-Speicher für Anfänger: Einfach erklärt und sicher nutzen

Was ist Cloud-Speicher für Anfänger eigentlich?

Wenn du ein Smartphone oder Tablet nutzt, arbeitest du wahrscheinlich schon mit einer Cloud – vielleicht ohne es zu wissen. Viele Menschen sind überrascht, wenn sie erfahren, dass ihre Fotos, Kontakte oder Dokumente bereits automatisch im Internet gespeichert werden. Das klingt erst einmal beunruhigend, kann aber sehr praktisch sein, wenn du verstehst, wie es funktioniert und wie du die Kontrolle behältst.

Eine Cloud ist im Grunde ein Speicherplatz im Internet. Deine Dateien liegen nicht nur auf deinem Gerät, sondern auch auf Computern (Servern) eines Anbieters. So kannst du von überall darauf zugreifen: vom Handy, vom Tablet, vom PC – ganz egal, wo du gerade bist. Und wenn dein Handy verloren geht oder kaputt ist, sind deine wichtigen Daten trotzdem noch da.

Welche Cloud-Dienste gibt es und welcher passt zu mir?

Die bekanntesten Cloud-Anbieter kommen aus Amerika. Jeder funktioniert ein bisschen anders, aber das Grundprinzip ist überall gleich:

Google Drive ist bei jedem Android-Smartphone automatisch dabei. Wenn du ein Samsung, Huawei oder ein anderes Android-Gerät hast, hast du bereits ein Google-Konto – und damit auch Zugriff auf Google Drive. Hier werden oft automatisch deine Fotos gesichert, wenn du das in den Einstellungen aktiviert hast. Du bekommst 15 GB Speicherplatz kostenlos.

iCloud nutzt du, wenn du ein iPhone, iPad oder einen Mac hast. Apple integriert die iCloud so stark in seine Geräte, dass viele Nutzer gar nicht bemerken, dass ihre Daten in der Cloud landen. Das ist praktisch, weil alles automatisch synchronisiert wird – aber du solltest wissen, dass es passiert. Kostenlos gibt es hier 5 GB.

OneDrive gehört zu Microsoft und ist besonders dann sinnvoll, wenn du auf deinem Computer mit Word, Excel oder anderen Office-Programmen arbeitest. Deine Dokumente kannst du direkt in der Cloud speichern und dann auch am Tablet oder Handy weiterbarbeiten. Auch hier gibt es 5 GB gratis.

HiDrive ist eine deutsche Alternative von Strato. Dieser Anbieter speichert deine Daten in Deutschland und unterliegt damit den strengeren europäischen Datenschutzregeln. Das ist vielen Menschen wichtig, die sich bei amerikanischen Diensten unwohl fühlen. HiDrive kostet allerdings von Anfang an eine kleine monatliche Gebühr.

Wie komme ich überhaupt in meine Cloud?

Die gute Nachricht: Wenn du ein Smartphone hast, hast du vermutlich schon Zugang zu einer Cloud. Du musst dich nur anmelden.

Bei Android (Samsung, Huawei, etc.): Du hast bereits ein Google-Konto, sonst könntest du keine Apps herunterladen. Mit genau diesem Konto meldest du dich auch bei Google Drive an. Am Computer gehst du einfach auf drive.google.com und gibst deine E-Mail-Adresse und dein Passwort ein.

Bei Apple (iPhone, iPad): Dein iCloud-Konto ist die E-Mail-Adresse, die du bei der ersten Einrichtung angelegt hast (die mit @icloud.com oder @me.com). Am Computer gehst du auf icloud.com und meldest dich damit an.

Bei Microsoft: Wenn du Windows 10 oder 11 nutzt, hast du wahrscheinlich ein Microsoft-Konto. Das ist oft eine Outlook- oder Hotmail-Adresse. Damit kommst du auch in OneDrive.

In allen Fällen siehst du dann deine Dateien, Fotos und Ordner – ähnlich wie auf deinem Computer, nur eben im Internet.

Was landet automatisch in der Cloud und was nicht?

Das ist eine wichtige Frage, die viele Menschen beschäftigt. Die Antwort: Es kommt auf deine Einstellungen an.

Fotos werden häufig automatisch gesichert, wenn du das bei der Einrichtung erlaubt hast. Bei Google Fotos und iCloud gibt es eine Funktion "Automatische Sicherung" oder "Backup". Wenn die aktiviert ist, lädt dein Handy jedes neue Foto in die Cloud hoch – meist nachts, wenn du im WLAN bist.

Kontakte und Kalender werden ebenfalls oft synchronisiert. Das ist praktisch: Wenn du am Handy eine neue Telefonnummer speicherst, erscheint sie automatisch auch auf deinem Tablet.

Dokumente landen nur in der Cloud, wenn du sie bewusst dort speicherst oder wenn du Programme nutzt, die das automatisch machen (wie die mobilen Office-Apps).

Mein Tipp: Schau in die Einstellungen deines Handys unter "Cloud", "Backup" oder "Synchronisierung". Dort siehst du genau, was gerade automatisch gesichert wird. Du kannst jede Funktion einzeln ein- oder ausschalten.

Wie sicher sind meine Daten in der Cloud?

Diese Sorge ist völlig berechtigt. Deine Daten liegen nicht bei dir zu Hause, sondern auf Servern eines Unternehmens. Deshalb ist es wichtig, dass du dein Konto gut schützt.

Ein starkes Passwort ist Pflicht. Es sollte mindestens 12 Zeichen lang sein und aus Buchstaben, Zahlen und Sonderzeichen bestehen. Verwende nicht das gleiche Passwort, das du auch für andere Dienste nutzt.

Zwei-Faktor-Authentifizierung aktivieren. Das klingt kompliziert, ist aber sehr wichtig. Es bedeutet: Selbst wenn jemand dein Passwort kennt, kann er sich nicht anmelden, weil er zusätzlich noch einen Code braucht, der zum Beispiel per SMS auf dein Handy kommt oder in einer speziellen App angezeigt wird.

So richtest du es ein:

  • Bei Google: Gehe auf myaccount.google.com → Sicherheit → Bestätigung in zwei Schritten
  • Bei Apple: Einstellungen → Dein Name → Passwort & Sicherheit → Zwei-Faktor-Authentifizierung
  • Bei Microsoft: account.microsoft.com → Sicherheit → Erweiterte Sicherheitsoptionen → Zweistufige Überprüfung

Amerikanische vs. deutsche Anbieter: Die großen amerikanischen Dienste (Google, Apple, Microsoft) speichern viele Daten auch in den USA. Dort gelten andere Datenschutzgesetze als in Europa. Deutsche Anbieter wie HiDrive oder die MagentaCLOUD der Telekom speichern in Deutschland und unterliegen der strengen DSGVO. Beides hat Vor- und Nachteile – amerikanische Dienste sind oft komfortabler und besser in Geräte integriert, deutsche bieten mehr Datenschutz.

Wie viel Speicherplatz brauche ich und was kostet das?

Die kostenlosen Versionen reichen für viele Menschen aus, besonders am Anfang. Wenn du aber viele Fotos und Videos machst, wird es schnell eng.

Kostenlose Varianten:

  • Google Drive: 15 GB (geteilt mit Gmail und Google Fotos)
  • iCloud: 5 GB
  • OneDrive: 5 GB

Wenn du mehr brauchst:

  • Google One: 100 GB für 1,99 Euro/Monat
  • iCloud+: 50 GB für 0,99 Euro/Monat
  • OneDrive: 100 GB für 2 Euro/Monat
  • HiDrive: 100 GB für 3 Euro/Monat (deutscher Anbieter)

Mein Tipp: Fang mit der kostenlosen Version an. Du bekommst eine Warnung, wenn der Speicher voll wird. Dann kannst du immer noch entscheiden, ob du zahlst oder alte Dateien löschst.

Zusätzlich eine Festplatte nutzen – ist das sinnvoll?

Ja, absolut. Auch wenn die Cloud praktisch ist, solltest du wichtige Daten zusätzlich auf einer externen Festplatte sichern. Das nennt man das "3-2-1-Prinzip": Du solltest drei Kopien deiner wichtigen Daten haben, auf zwei verschiedenen Medien (zum Beispiel Cloud und Festplatte), und eine Kopie sollte an einem anderen Ort sein (zum Beispiel die Cloud).

Warum? Weil auch Cloud-Dienste theoretisch gehackt werden können, weil Unternehmen pleite gehen können oder weil du aus Versehen etwas löschen könntest. Eine externe Festplatte zu Hause ist eine gute Ergänzung – nicht als Ersatz, sondern als zusätzliche Sicherheit.

Das Video ansehen

Im ausführlichen Schulungsvideo oben erfährst du noch mehr Details zur praktischen Nutzung der verschiedenen Cloud-Dienste. Du siehst am Bildschirm, wie die Einstellungen aussehen und welche Schritte du genau machen musst. Besonders hilfreich sind die Erklärungen zur Zwei-Faktor-Authentifizierung und zum Vergleich der deutschen Alternative HiDrive.

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