Daten sichern für Anfänger: Fotos und Dokumente richtig schützen
Warum du deine Daten sichern solltest
Viele Menschen denken erst ans Daten sichern, wenn es zu spät ist. Der Computer startet plötzlich nicht mehr, das Smartphone ist weg oder wichtige Fotos wurden versehentlich gelöscht. Gerade wenn du viele Erinnerungen in Form von Bildern und Videos auf deinem Gerät hast, ist eine regelmäßige Datensicherung wichtig. Die gute Nachricht: Du brauchst keine komplizierten Programme oder technisches Fachwissen, um deine wichtigsten Dateien zu schützen.
In diesem Artikel erfährst du, wie du als Einsteiger deine Daten sichern kannst – einfach, verständlich und ohne Schnickschnack.
Was solltest du überhaupt sichern?
Nicht alle Daten auf deinem Computer oder Smartphone sind gleich wichtig. Konzentriere dich auf das, was wirklich zählt:
Fotos und Videos – Das sind meistens die wertvollsten Dateien, weil sie Erinnerungen enthalten, die nicht ersetzbar sind. Ob Urlaubsbilder, Familienfotos oder Videos von besonderen Momenten: Diese Dateien sollten ganz oben auf deiner Liste stehen.
Dokumente – Wichtige Briefe, Verträge, Rechnungen oder selbst geschriebene Texte gehören ebenfalls zur Datensicherung. Meistens findest du diese im Ordner "Dokumente" auf deinem Computer.
Kontakte und Kalender – Auch wenn diese oft automatisch über dein Google-Konto oder Apple-ID gesichert werden, schadet eine zusätzliche Sicherung nicht.
Programme und das Betriebssystem selbst musst du nicht unbedingt sichern – die kannst du im Notfall neu installieren. Bei deinen persönlichen Dateien geht das nicht.
Welche Möglichkeiten gibt es für die Datensicherung?
Es gibt verschiedene Wege, deine Dateien zu sichern. Jede Methode hat ihre Vor- und Nachteile:
Externe Festplatte – Das ist die klassische und zuverlässigste Methode. Du kaufst eine externe Festplatte, schließt sie per USB an deinen Computer an und kopierst deine wichtigen Ordner darauf. Der Vorteil: Die Daten liegen physisch bei dir zu Hause, niemand anders hat Zugriff darauf. Der Nachteil: Du musst daran denken, regelmäßig zu sichern.
USB-Stick – Für kleinere Datenmengen ist ein USB-Stick praktisch. Er funktioniert genauso wie eine externe Festplatte, hat aber weniger Speicherplatz. Gut geeignet für wichtige Dokumente, weniger für große Fotosammlungen.
Cloud-Speicher – Dienste wie Google Fotos, OneDrive oder iCloud bieten die Möglichkeit, Daten online zu speichern. Das passiert oft automatisch im Hintergrund. Vorteil: Deine Daten sind auch dann sicher, wenn dein Computer gestohlen wird oder abbrennt. Nachteil: Du brauchst Internet und gibst deine Daten an einen Anbieter weiter.
Kombination aus mehreren Methoden – Am sichersten fährst du, wenn du zwei verschiedene Wege nutzt. Zum Beispiel: Fotos auf einer externen Festplatte UND in der Cloud. So bist du doppelt abgesichert.
Wie funktioniert das Sichern auf eine externe Festplatte?
Die Sicherung auf eine externe Festplatte ist die einfachste Methode für Anfänger. So gehst du vor:
Schritt 1: Festplatte anschließen – Verbinde die externe Festplatte über das USB-Kabel mit deinem Computer. Nach ein paar Sekunden sollte sie automatisch erkannt werden und im Explorer (Windows) oder Finder (Mac) erscheinen.
Schritt 2: Ordner öffnen – Öffne den Ordner, den du sichern möchtest. Das sind meistens "Bilder", "Dokumente" und "Videos". Du findest sie, wenn du auf "Dieser PC" (Windows) oder "Finder" (Mac) klickst.
Schritt 3: Kopieren – Klicke mit der rechten Maustaste auf den Ordner und wähle "Kopieren". Dann öffnest du die externe Festplatte und klickst mit der rechten Maustaste auf einen leeren Bereich. Wähle "Einfügen". Jetzt werden die Dateien kopiert – das kann je nach Menge eine Weile dauern.
Schritt 4: Kontrollieren – Wenn der Kopiervorgang abgeschlossen ist, öffne die Ordner auf der Festplatte und prüfe stichprobenartig, ob alles da ist.
Schritt 5: Festplatte sicher entfernen – Bevor du die Festplatte abziehst, klicke unten rechts (Windows) auf das USB-Symbol und wähle "Hardware sicher entfernen". Bei Mac ziehe das Festplatten-Symbol in den Papierkorb.
Wiederhole diesen Vorgang regelmäßig – am besten einmal im Monat oder immer dann, wenn du viele neue Fotos gemacht hast.
Wie oft solltest du deine Daten sichern?
Das kommt darauf an, wie oft sich deine Daten ändern. Als Faustregel gilt:
- Einmal im Monat – Wenn du regelmäßig Fotos machst oder Dokumente erstellst
- Einmal im Quartal – Wenn du deinen Computer nur gelegentlich nutzt
- Nach wichtigen Ereignissen – Nach dem Urlaub, nach Familienfeiern oder wenn du viele neue Fotos hast
Setze dir am besten einen festen Termin im Kalender, zum Beispiel jeden ersten Sonntag im Monat. So vergisst du es nicht.
Manche Menschen sichern auch nach dem Prinzip "3-2-1": 3 Kopien deiner Daten, auf 2 verschiedenen Medien, 1 Kopie außer Haus (zum Beispiel in der Cloud oder bei Verwandten). Das ist sehr sicher, aber für den Anfang reicht auch eine regelmäßige Sicherung auf eine externe Festplatte.
Worauf solltest du beim Kauf einer externen Festplatte achten?
Wenn du dir eine externe Festplatte kaufen möchtest, gibt es ein paar Dinge zu beachten:
Speichergröße – Überlege, wie viele Daten du sichern möchtest. Für die meisten Privatanwender reichen 1 bis 2 Terabyte (TB) völlig aus. Das entspricht Platz für mehrere Tausend Fotos und viele Dokumente.
Kompatibilität – Die meisten Festplatten funktionieren sowohl mit Windows als auch mit Mac. Achte darauf, dass "USB 3.0" oder höher draufsteht – das geht schneller als ältere USB-Versionen.
Marke und Qualität – Bekannte Hersteller wie Western Digital, Seagate oder Intenso sind zuverlässig. Du musst nicht das teuerste Modell kaufen, aber investiere lieber ein paar Euro mehr in Qualität.
Größe – Es gibt kleine, tragbare Festplatten (2,5 Zoll) und größere Desktop-Festplatten (3,5 Zoll). Die kleinen brauchen keine extra Stromquelle und sind praktisch für unterwegs.
Falls du einen Mac hast: Manche Festplatten sind bereits für Mac formatiert, andere für Windows. Das lässt sich aber umformatieren – frage im Zweifelsfall beim Kauf nach oder lass dir dabei helfen.
Was passiert, wenn die Festplatte kaputt geht?
Auch externe Festplatten können kaputtgehen. Deshalb ist es klug, nicht nur eine einzige Sicherung zu haben. Wenn du wichtige Daten hast, nutze zusätzlich eine Cloud-Lösung oder eine zweite Festplatte, die du an einem anderen Ort aufbewahrst.
Wenn eine Festplatte wirklich komplett defekt ist, ist eine Datenrettung sehr schwierig und teuer. Manchmal lassen sich einzelne Dateien noch retten, aber darauf solltest du dich nicht verlassen. Vorbeugen ist besser als reparieren.
Cloud-Speicher als Ergänzung nutzen
Viele Menschen nutzen bereits Cloud-Dienste, ohne es zu wissen. Wenn du ein Android-Smartphone hast, werden deine Fotos möglicherweise automatisch zu Google Fotos hochgeladen. Bei Apple-Geräten übernimmt das die iCloud.
Der Vorteil: Die Sicherung läuft im Hintergrund, du musst nichts machen. Prüfe aber regelmäßig, ob genug Speicherplatz vorhanden ist – die kostenlosen Versionen haben meistens nur 5 bis 15 GB Platz.
Wenn dir Cloud-Speicher zu unsicher erscheint oder du den Anbietern nicht vertraust, ist das völlig in Ordnung. Eine externe Festplatte, die bei dir zu Hause liegt, ist genauso sicher – solange du regelmäßig sicherst.
Tipps für die Datensicherung im Alltag
- Beschrifte deine Festplatten – Schreibe mit einem Stift drauf, wann du zuletzt gesichert hast und was drauf ist. Das hilft dir später beim Wiederfinden.
- Lösche nichts vorschnell – Bevor du Dateien vom Computer löschst, prüfe, ob sie wirklich auf der Festplatte sind.
- Teste deine Sicherung – Öffne ab und zu Dateien von der Festplatte, um zu prüfen, ob alles funktioniert.
- Lagere eine Kopie extern – Wenn du sehr wichtige Daten hast, bewahre eine Festplatte bei Freunden oder Familie auf. So bist du auch bei Brand oder Einbruch abgesichert.
- Bleib entspannt – Datensicherung klingt kompliziert, ist es aber nicht. Einmal eingerichtet, dauert es nur wenige Minuten im Monat.
Das Video ansehen
In der Schulung oben beantwortet Manuel häufige Fragen zur Datensicherung und zeigt dir Schritt für Schritt, wie du vorgehst. Perfekt, wenn du lieber zuschaust, als zu lesen – und du kannst direkt mitmachen.
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