Alte Fotos digitalisieren: Erinnerungen sichern und teilen

20. Mai 20263 Min. Lesezeit
Alte Fotos digitalisieren: Erinnerungen sichern und teilen

Du öffnest die alte Schublade im Schlafzimmer und findest dein Hochzeitsfoto von 1968. Darunter ein Bild deiner Mutter als junge Frau, ein Urlaub am Timmendorfer Strand, der erste Schultag deines Sohnes. Lauter Erinnerungen in Schuhkartons. Und irgendwann sagt jemand: Papa, können wir die nicht mal alle einscannen?

Ja, können ihr. Und es ist weniger mühsam als du denkst.

Mit dem Smartphone abfotografieren

Die einfachste Methode braucht nichts außer deinem Handy. Leg das Foto auf einen Tisch am Fenster, wo gutes Tageslicht hinfällt. Halt dein Smartphone senkrecht darüber, so dass das ganze Foto im Bild ist — und mach ein Foto. Fertig. Das Bild ist jetzt in deiner Galerie und kann von dort geteilt werden.

Ein paar Tricks helfen: Mach das Foto ohne Blitz, sonst spiegelt das alte Papier. Direkt vor dem Fenster ist oft besser als eine Lampe über dir. Und wenn dein Smartphone wackelt, stütz die Ellbogen auf den Tisch — dann wird es scharf.

Scan-Apps für bessere Ergebnisse

Es gibt spezielle Apps, die das Abfotografieren noch einfacher machen. Eine davon heißt Photomyne. Du lädst sie aus dem App Store oder Play Store. Du legst dein altes Foto hin, hältst das Handy drüber, und die App erkennt automatisch die Ränder des Fotos, schneidet es zurecht und dreht es richtig herum.

Das Beste an Photomyne: Du kannst mehrere Fotos auf einmal abfotografieren. Leg drei oder vier nebeneinander, mach ein einziges Bild, und die App trennt sie automatisch. Das spart massiv Zeit, wenn du einen ganzen Karton vor dir liegen hast.

Eine kostenlose Alternative ist "Google Fotoscan" — ebenfalls für Handy und Tablet. Sie ist minimal fummeliger zu bedienen, aber umsonst und liefert gute Ergebnisse. Teste beide und entscheide, welche dir besser gefällt.

Sortieren ohne Perfektionismus

Jetzt die Warnung, die wichtig ist: Wenn du anfängst, nicht gleich alles perfekt sortieren wollen. Sonst hörst du nach drei Tagen wieder auf. Der Trick: Einen Karton aussuchen, alles abfotografieren, in eine Handy-Galerie "Alte Fotos" stecken. Später kümmerst du dich ums Einsortieren.

Wenn du irgendwann Lust hast, kannst du die Fotos in Alben ordnen — zum Beispiel "Urlaub Italien 1975" oder "Kinder klein". In der Galerie-App auf jedem Handy geht das. Aber lass es lieber unvollständig und digitalisiert, als perfekt sortiert und in 30 Jahren immer noch im Schuhkarton.

Mit der Familie teilen

Das ist der schönste Teil. Hast du ein altes Foto von Oma Elli als Kind? Schick es deiner Schwester. Sie hat es vielleicht noch nie gesehen. Hast du ein Bild von der Einschulung deines Enkels vor 20 Jahren? Schick es ihm zum nächsten Geburtstag — er wird staunen.

Zum Teilen benutzt du WhatsApp, E-Mail oder eine Cloud wie iCloud (beim iPhone) oder Google Fotos (bei Android). Du kannst ganze Alben teilen, nicht nur einzelne Bilder. Helga, 74, aus Eimsbüttel hat so mit ihrer Cousine in Bremen ein gemeinsames Album "Unsere Mütter" aufgemacht — und beide haben Fotos beigesteuert, die die andere noch nie gesehen hat. Ein richtiges Geschenk.

Anfangen ist das Schwerste

Ehrlich gesagt: Der erste Abend ist der anstrengendste. Du fummelst mit der App rum, die Fotos sind schief, das Licht stimmt nicht. Nach einer halben Stunde hast du drei Fotos und fragst dich, ob das die Mühe wert ist. Ja, ist es. Am zweiten Abend geht es schon schneller, am dritten Abend sitzt du in Ruhe im Sessel und arbeitest einen Karton in einer Stunde durch.

Wenn du das lieber gemeinsam lernen willst, statt allein am Küchentisch zu verzweifeln: Bei verbunden.jetzt machen wir das regelmäßig als Nachmittag. Jemand bringt einen Stapel mit, wir richten die App zusammen ein — und nebenbei erzählt jeder Geschichten zu den Bildern. Ehrlich gesagt das Schönste am ganzen Projekt.

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