Passwörter sicher verwalten — ohne sich alles merken zu müssen

Das Problem mit den Passwörtern
Hand aufs Herz: Benutzt du für mehrere Seiten im Internet dasselbe Passwort? Damit bist du nicht allein. Die meisten Menschen machen das so, weil sich niemand zwanzig verschiedene Passwörter merken kann. Das Problem dabei: Wenn ein einziges Passwort in falsche Hände gerät, sind plötzlich alle deine Konten in Gefahr.
Stell dir vor, jemand knackt dein Passwort bei einem Online-Shop. Wenn du dasselbe Passwort auch für dein E-Mail-Konto verwendest, hat diese Person jetzt Zugriff auf deine E-Mails — und kann darüber auch andere Passwörter zurücksetzen. So entsteht aus einem kleinen Leck schnell ein großes Problem.
Die Lösung: Ein Passwort-Manager
Ein Passwort-Manager ist eine App, die sich alle deine Passwörter merkt. Du brauchst dir nur noch ein einziges Passwort zu merken — das für den Manager selbst. Alles andere erledigt er für dich.
So funktioniert das in der Praxis:
- Du installierst einen Passwort-Manager auf deinem Smartphone und Computer
- Wenn du dich irgendwo anmeldest, speichert der Manager Benutzername und Passwort
- Beim nächsten Besuch füllt er die Felder automatisch aus
- Er kann dir auch sichere Passwörter vorschlagen, die du dir nie merken müsstest
Welchen Passwort-Manager soll ich nehmen?
Es gibt etliche Anbieter. Zwei stechen für Einsteiger besonders hervor:
Bitwarden ist kostenlos und funktioniert auf allen Geräten. Die Oberfläche ist schlicht, aber übersichtlich. Wer kein Geld ausgeben will und trotzdem Sicherheit haben möchte, ist hier gut aufgehoben.
1Password kostet ein paar Euro im Monat, ist dafür aber besonders benutzerfreundlich. Die App führt dich Schritt für Schritt durch die Einrichtung und macht es auch weniger technikaffinen Menschen leicht.
Beide speichern deine Passwörter verschlüsselt. Das heißt: Selbst die Betreiber der App können deine Passwörter nicht lesen.
Was macht ein gutes Passwort aus?
Falls du doch mal ein Passwort selbst erstellen willst — zum Beispiel das Hauptpasswort für deinen Manager — gibt es einen einfachen Trick: Bilde einen Merksatz.
Nimm einen Satz, den nur du kennst, und verwende die Anfangsbuchstaben. Zum Beispiel:
"Mein Hund Fritz wurde 2018 in Köln geboren!" wird zu MHFw2018iKg!
So ein Passwort ist lang, enthält Großbuchstaben, Zahlen und ein Sonderzeichen — und du kannst es dir trotzdem merken. Viel besser als "passwort123".
Zwei-Faktor-Authentifizierung: Doppelt hält besser
Viele Dienste bieten inzwischen eine Zwei-Faktor-Authentifizierung an. Das klingt kompliziert, ist aber simpel: Neben deinem Passwort brauchst du eine zweite Bestätigung. Meistens bekommst du einen Code per SMS oder über eine App auf dein Handy.
Das ist so, als hätte deine Haustür zwei Schlösser. Selbst wenn jemand einen Schlüssel findet, kommt er ohne den zweiten nicht rein.
Du musst das nicht überall einschalten. Aber für dein E-Mail-Konto und dein Online-Banking ist es eine gute Idee.
Die häufigsten Fehler — und wie du sie vermeidest
- Passwörter auf Zettel schreiben, die am Monitor kleben: Wenn schon Zettel, dann in einer verschlossenen Schublade
- Geburtsdatum als Passwort: Das ist das Erste, was Angreifer probieren
- Passwörter per E-Mail verschicken: E-Mails sind nicht verschlüsselt und können mitgelesen werden
- Nie das Passwort ändern, wenn ein Dienst gehackt wurde: Wenn du eine Warnung bekommst, ändere es sofort
Der erste Schritt
Du musst nicht alles auf einmal umstellen. Fang mit einem Passwort-Manager an. Installiere ihn, speichere dort deine fünf wichtigsten Passwörter und gewöhne dich daran. Den Rest machst du nach und nach.
Bei verbunden.jetzt haben wir regelmäßig Veranstaltungen zum Thema Sicherheit im Internet. Dort kannst du Fragen stellen, dir helfen lassen und das Ganze gemeinsam mit anderen ausprobieren. Denn zusammen traut man sich mehr als allein.
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