Bargeldlos bezahlen: Girokarte, Apple Pay und was wirklich sicher ist

Du stehst an der Kasse bei Edeka, kramst nach deinem Portemonnaie — und die Frau hinter dir hält einfach ihr Handy ans Gerät. Piep. Fertig. Du denkst: Na gut, das werd ich wohl nicht mehr lernen. Doch. Und es ist einfacher als du denkst.
Deine Girokarte kann mehr, als du denkst
Fangen wir mit der Karte an, die du wahrscheinlich schon hast. Deine Girokarte (früher EC-Karte) kann bei fast allen Geschäften kontaktlos bezahlen. Das bedeutet: Du musst sie nicht mehr einstecken, du hältst sie nur ans Gerät.
Erkennen kannst du das an einem kleinen Symbol auf der Karte, das wie ein WLAN-Zeichen aussieht — vier gebogene Linien. Sobald dieses Symbol drauf ist, reicht Halten für kleinere Beträge. Du musst nicht mal eine PIN eingeben. Erst ab 50 Euro (manchmal auch früher, wenn du mehrere kleine Zahlungen hintereinander machst) verlangt das Gerät deine PIN. Das ist eine Sicherheitsmaßnahme und ziemlich clever.
Wichtig: Wenn deine Karte mal verloren geht, ruf sofort bei deiner Bank an oder wähle die Sperrnummer 116 116. Die Karte wird gesperrt, und du haftest nur für kleine Beträge, die vorher vielleicht abgebucht wurden.
Was bedeutet Apple Pay oder Google Pay?
Jetzt zum Handy-Bezahlen. Wenn du ein iPhone hast, heißt das Apple Pay. Bei Android-Handys heißt es Google Pay. Beides macht im Kern dasselbe: Deine Bankkarte liegt digital auf dem Handy, und wenn du bezahlen willst, hältst du das Handy ans Kartengerät — genau wie mit der Karte.
Zum Einrichten brauchst du einmal die Karten-App deiner Bank oder die Wallet-App auf dem Handy. Da scannst du deine Girokarte oder Kreditkarte, bestätigst einmal per SMS, und fertig. Beim Bezahlen musst du dein Handy meistens entsperren, entweder per Fingerabdruck oder per Gesichtserkennung. Das ist wichtig: Niemand kann einfach mit deinem Handy bezahlen, ohne dass du es selbst freigibst.
Ist das alles sicher?
Kurze Antwort: Ja, in den meisten Fällen sogar sicherer als mit Bargeld oder der Karte pur. Denn beim kontaktlosen Bezahlen wird nie deine echte Kartennummer übertragen. Das Handy oder die Karte erzeugt einen einmaligen Code, der beim nächsten Mal wieder anders aussieht. Wer dich beim Bezahlen beobachtet, kann damit nichts anfangen.
Trotzdem gibt es ein paar vernünftige Regeln: Pass auf dein Handy auf wie auf dein Portemonnaie. Richte die Entsperrung per Fingerabdruck oder Gesicht ein, damit niemand Fremdes dein Handy einfach benutzen kann. Und schau dir regelmäßig deine Kontoauszüge an — das ist die beste Kontrolle, ob alles mit rechten Dingen zugeht.
Was tun bei einer unberechtigten Abbuchung?
Auch beim besten Schutz kann mal etwas schiefgehen. Wenn du auf dem Kontoauszug eine Abbuchung siehst, die du nicht kennst, bleib ruhig und handle schnell. Du hast acht Wochen Zeit, bei einer Lastschrift Widerspruch einzulegen — das Geld kommt dann zurück aufs Konto. Bei Kartenzahlungen ruf sofort deine Bank an. Die Nummer steht auf dem Kontoauszug oder auf der Website deiner Bank.
Wichtig zu wissen: Die Bank muss dir bei Betrug in der Regel das Geld erstatten. Du musst nur nachweisen, dass du sorgfältig warst — also zum Beispiel deine PIN niemandem verraten hast. Deswegen: PIN nie aufschreiben und schon gar nicht mit der Karte zusammen aufbewahren. Das ist die einzige wirkliche Regel, an der du dich halten musst.
Bargeld bleibt eine Option
Und ganz wichtig: Niemand zwingt dich, umzusteigen. In Deutschland kannst du nach wie vor mit Bargeld bezahlen, auch in großen Läden. Beim Bäcker, beim Arzt, beim Zeitungsstand — überall geht das. Bezahlen mit dem Handy ist eine zusätzliche Möglichkeit, keine Pflicht. Viele Menschen nutzen beides: Karte für den Wocheneinkauf, Bargeld für den Flohmarkt am Sonntag.
Was sich allerdings geändert hat: Beim Discounter im Supermarkt kommst du mit reinem Bargeld seltener in Probleme als vor zwanzig Jahren. Die Schlange an der Bar-Kasse ist oft länger, die Blicke manchmal genervt. Das ist keine Frage von richtig oder falsch — aber es ist eine Realität, mit der man umgehen muss. Kontaktloses Bezahlen ist dort einfach schneller, und wer mehr als drei Einkäufe pro Woche macht, spart sich so am Ende viel Zeit.
Wenn du das Ganze mal in Ruhe ausprobieren willst, ohne dass jemand hinter dir in der Schlange ungeduldig wird: Bei verbunden.jetzt gehen wir in kleinen Gruppen die Schritte durch. Du richtest dein Handy ein, testest es in einem ruhigen Moment und entscheidest dann selbst, ob du das im Alltag nutzen willst.
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