Sprachassistenten: Alexa, Siri und Hey Google sinnvoll nutzen

5. Mai 20264 Min. Lesezeit
Sprachassistenten: Alexa, Siri und Hey Google sinnvoll nutzen

Klaus, 72, hat seit Weihnachten einen kleinen Lautsprecher auf der Kommode stehen. Anfangs fand er das albern. Mit einer Maschine reden? Niemals. Heute sagt er morgens "Alexa, wie wird das Wetter in Hamburg?" und bekommt seine Antwort, während er sich die erste Tasse Kaffee einschenkt. Seine Frau macht sich darüber lustig. Aber sie fragt auch öfter mal: "Kannst du sie fragen, wann die Tagesschau anfängt?"

Was kann so ein Sprachassistent eigentlich?

Die drei bekanntesten heißen Alexa (von Amazon), Siri (im iPhone und auf dem iPad) und der Google Assistant ("Hey Google"). Alle drei machen im Grunde dasselbe: Sie hören zu, wenn du sie ansprichst, und versuchen, dir zu helfen.

Besonders praktisch sind sie für kleine Alltagssachen. Du stehst am Herd und hast Mehl an den Fingern? "Alexa, stell einen Timer auf 12 Minuten." Du willst wissen, wie das Wetter morgen wird? "Hey Google, brauch ich einen Regenschirm?" Du möchtest Radio hören? "Siri, spiel NDR 90,3." Keine Brille aufsetzen, keine Knöpfe suchen — einfach fragen.

Wo steckt der Assistent drin?

Siri ist schon in jedem iPhone und iPad eingebaut. Du musst nichts zusätzlich kaufen. Einmal einrichten, und dann sagst du "Hey Siri" oder drückst den seitlichen Knopf am Gerät. Der Google Assistant ist entsprechend auf Android-Handys vorhanden. Beide kosten nichts extra.

Alexa steckt meistens in einem kleinen Lautsprecher, den du dir zusätzlich kaufst. Das nennt sich "Echo" oder "Echo Dot" und kostet zwischen 30 und 60 Euro. Du stellst ihn ins Wohnzimmer oder in die Küche, steckst ihn ein, verbindest ihn mit deinem WLAN — und er ist einsatzbereit.

Und was ist mit Datenschutz?

Jetzt zum unbequemen Teil. Ja, diese Geräte hören tatsächlich mit. Sie warten die ganze Zeit auf ihr Weckwort — also auf "Alexa" oder "Hey Google" oder "Hey Siri". Erst dann nehmen sie wirklich auf und schicken deine Frage an ein Rechenzentrum, damit sie eine Antwort bekommen.

Das heißt: Wenn du ein sehr privates Gespräch führst, solltest du den Lautsprecher vielleicht nicht direkt auf dem Sofa stehen haben. Du kannst das Mikrofon auch per Knopfdruck ausschalten, wenn du in Ruhe sein willst. Und du kannst in den Einstellungen alte Aufnahmen löschen — das geht in der App auf dem Handy.

Ehrlich bleiben: Ein Sprachassistent ist kein Muss. Viele Leute kommen gut ohne aus. Wenn dir der Gedanke unangenehm ist, dass so ein Gerät in deiner Wohnung steht — lass es einfach. Niemand muss das haben.

Was funktioniert, was nicht

Ehrlich gemacht: Sprachassistenten sind nicht perfekt. Wenn du undeutlich sprichst oder Dialekt hast, verstehen sie dich manchmal nicht. Komplizierte Fragen scheitern oft — "Welche Partei hat in Schleswig-Holstein 1987 die Wahl gewonnen" wird selten gut beantwortet. Was zuverlässig klappt: Timer, Wetter, Erinnerungen, einfache Rechenaufgaben, Radio anmachen, Musik von bestimmten Künstlern spielen.

Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit sind die Geräte besonders wertvoll. Wenn du nicht so einfach aufstehen kannst, um das Licht auszumachen oder das Radio leiser zu drehen — mit einem Sprachbefehl geht das von der Couch aus. Vorausgesetzt, das Licht oder das Radio ist entsprechend verbunden. Das kann ein Enkel in einer halben Stunde einrichten.

Ausprobieren lohnt sich

Wenn du neugierig bist, frag einen Enkel oder eine Freundin, die schon so ein Gerät hat. Probier es eine Viertelstunde lang aus. Stell ein paar Fragen: Wie alt war Helmut Schmidt? Wie lange muss ein Frühstücksei kochen? Welcher Tag ist heute? Du merkst schnell, ob dir das liegt oder nicht.

Ein kleiner Tipp für den Einstieg: Fang nicht damit an, komplizierte Dinge zu fragen. Beginn mit Timer und Wetter. Wenn du gemerkt hast, wie das funktioniert, probierst du "Erinnere mich in 20 Minuten daran, den Braten rauszunehmen". Dann "Spiele Schlager aus den 70ern". Schritt für Schritt. Alles auf einmal zu wollen, macht nur Frust.

Wir bei verbunden.jetzt haben regelmäßig Nachmittage, an denen wir solche Geräte gemeinsam testen. Du musst nichts vorher wissen. Du bringst nur deine Neugier mit — und entscheidest am Ende selbst, ob so ein Assistent in dein Leben passt.

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